Texte

Raumfahrt

als Raumfahrtunternehmen in Neopren
schweben wir sehr schwerelos
im All herum, zu dumm.
um uns herum nur Stratosphäre
es kommt uns hoffentlich nichts in die Quere.

wir atmen Co2
von dem haben wir genug dabei
dieser Anzug, den wir tragen
der unsere warmen Körper verwahrt
er schützt uns vor minus 80 Grad.

und während wir so dahintreiben
und die Anzugoberflächen aneinander reiben
sehnen wir uns nach den Dämpfen,
wenn zwei Leiber miteinander kämpfen.

zwei kleine Menschlein umringt
von all zu weiten Welten
sehnen sich nach dem anderen
aber wirklich was erkennen, können sie nur äußerst selten.
du siehst mich
und ich seh dich

ist das da dein Gesicht
oder ist es nur ein Licht, daß sich bricht?
wir fassen uns an den Plastiktatzen
und kraulen damit ein paar süße Weltraumkatzen.
wir suchen nach dem verborgenen Sinn
und haben Angst vor der Leere um uns herum
und in uns drin, dideldum.

wir wohnen in unserem Helm
es winken uns die Galaxien
wäre da nur nicht dieses Licht,
daß sich ständig bricht, bricht, bricht...

zwei kleine Menschlein umringt
von all zu weiten Welten
sehnen sich nach dem anderen
aber wirklich was erkennen, können sie nur äußerst selten.
du siehst mich...

jetzt geh`ich auf`s Ganze
umfasse deine Lippen mit meinen
siehe da, es ist gar nicht so schlimm
auch im All sind die Dinge oft nicht so, wie sie uns zuerst erscheinen
wir taumeln Hand in Hand

sind pränatal, irgendwie
wir machen flickflack aus dem Stand
sag mal, hattest du schon immer dieses Muttermal?
aber jetzt husch,husch, zurück ins Körbchen
denn es kann einfach nicht sein, was ist, wenn uns der Atem stockt?
besser langweilig, als ganz allein!
du siehst mich...

Wilde Gezeiten